Historie
Man muss schon tief in den heimatgeschichtlichen Überlieferungen kramen, um zu den Wurzeln des prächtigen Gutshofs zu gelangen: Ursprünglich war er eine Meierei des ehemaligen Benediktinerklosters. Gut zweihundert Jahre, nachdem der Waldknecht von dort aus den gesamten Klosterwald bewirtschaftete, haben die Geschwister Christine und Gernot Marquardt ihre bewundernswert verrückte Idee verwirklicht: Das romantische Anwesen verbindet ehrwürdigen Denkmalschutz mit moderner Architektur.


Philosophie
Lassen Sie sich in den Bann der beruhigenden, ungewöhnlich großzügigen Atmosphäre dieser Mauern ziehen, die alt sind und dennoch sehr modern wirken. Gönnen Sie sich im Waldknechtshof eine kleine Auszeit. Der Anblick der Innenräume und die Atmosphäre alleine sind eine Sensation! Wir tragen unseren Teil dazu bei, dieses Baudenkmal nachhaltig zu bewirtschaften und für die nächsten Generationen zu erhalten.
Die Philosophie des Hauses steht unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Die denkmalgeschützte Bausubstanz soll baubiologisch erhalten, für die Öffentlichkeit zugänglich sein und weitere 240 Jahre bestehen. Die angebotenen Speisen werden aus frischen Produkten der Region - wenn möglich in Bioqualität - hergestellt. Auch die Führungsphilosophie verwirklicht ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Teamarbeit. Heute nennt man das "Job-Enrichment" - im Waldknechtshof versteht man darunter lediglich die Rückbesinnung auf die gemeinsame Arbeit im selbständigen Wirtschaftsbetrieb eines selbstverantwortlichen Gutshofes.


Denkmalschutz
Vor 240 Jahren (1769) wurde unser denkmalgeschützter Waldknechtshof erbaut. Damit gehört er zu den seltenen Gebäuden im Murgtal, das auf viele Generationen in fast zweieinhalb Jahrhunderten zurückblicken kann. Dabei handelt es sich um den Gutshof des "Ochsengutes", das bis zum heutigen Tage auch die Gemarkung bezeichnet. Eine Straße oberhalb des Waldknechtshofes in Richtung Baiersbronn trägt heute daher die Bezeichnung "Im Ochsengut".
Der Gutshof ist einer von drei ehemaligen Meierhöfen des Benediktinerklosters "Reichenbach". Neben der Eigenversorgung lag auf dem Hof über lange Jahre hinweg die Verwaltung der Waldflächen des Klosteres - eine der größten Waldflächen Deutschlands. Der Verwalter, der heute etwa den Rang eines Forstmeisters hätte, wurde zur damaligen Zeit als "Waldknecht" bezeichnet. Daher ist der Gutshof in der Region unter dem Begriff "Waldknechtshof" bekannt.
Vermutlich aufgrund des Zugangs zu umfangreichen Holzbeständen zeichnet sich der Waldknechtshof durch eine für die Region ungewöhnlich großzügige Architektur aus, mit hohen Räumen und einer bestens erhaltenen und vollständigen Holzkonstruktion. Das Holz wurde offenbar vor dem Bau durch die Beachtung besonderer Einschlagzeiten und Liegezeiten so haltbar gemacht, dass es die Jahrhunderte unbeschadet überstand. Auch heute ist zum Erhalt kein Holzschutzmittel notwendig. Besonders erwähnenswert ist eine vollständig erhaltene Kreuzbalkenkonstruktion im Dachgebälk. Eine Besonderheit des Gebäudes.
Neben dem Waldknechtshof existiert heute noch die ehemalige Post- und Gastmeisterei als Meierhof ("Roßhof", heute Sonne-Post; geschlossen). Der dritte Meierhof ("Alt- bzw. Viehhof") ist in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts abgebrannt.
Damit ist der Waldknechtshof inszwischen 240 Jahre alt und eines der ältesten Gebäude im Murgtal und einer der letzten Zeitzeugen aus der Klosterzeit. Der Hof wurde bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts als Bauernhof genutzt. Erst in den 90er Jahren wurde der Hof als Hotel- und Gastronomiebetrieb umgenutzt. Die Leitlinie bestand darin, soviel als möglich zu erhalten, das Gebäude dabei jedoch für eine zeitgemäße Nutzung zu öffnen und zugänglich zu machen. Zum Zeitpunkt der Eröffnung des "neuen" Waldknechtshofes 1995 mit gastronomischer Nutzung war der Hof in Bezug auf die Nutzung von biologischen Baumaterialien, Energiekonzept und Architekturkonzept einzigartig. Das Haus war Vorbild für viele ähnliche Sanierungen danach. Das begleitende Denkmalamt zeichnete das Gebäude 1996 als Vorbildprojekt und Studienobjekt aus.

Bauphilosophie
Historischen Quellen entnehmen wir, dass das imposante Gebäude des Waldknechtshofes vom Waldknecht und Ochsenmeier Christian Klumpp im Jahre 1769 erbaut wurde. Dazu verarbeitete er laut Quellenangaben 30 Stämme
Eiche, 480 Stämme Tanne und 200 Sägeklötze, die zu Brettern gesägt wurden. Das noch heute von innen vollständig
sichtbare Gebälk läßt die Masse des verarbeiteten Bauholzen nur erahnen. Es ist vollständig erhalten und bis heute
unbehandelt. Alleine das nach 240 Jahren ungewöhnlich "gerade" Dach zeugt von höchster Solidität und Qualität des
Holzes, der Konstruktion und der Fundamente.
Mit einem solchen "Erbe" sollte ehrgebietend umgegangen werden. Es wurde so viel als möglich erhalten, um das
Gebäude so zu zeigen, wie es war. Außerdem sollten nur Materialien verwendet werden, die zum Gebäude passen,
aus der Region stammen oder auch bei einem historischen Einbau verwendet worden wären. Außerdem sollte die
Substanz nicht durch "moderne" Behandlungsmethoden in seinem Bestand gefährdet werden. Leitlinie ist, dass das
Gebäude mindestens noch einmal so lange bestehen bleiben soll wie bisher - also mindestens noch einmal 240 Jahre.
Dementsprechend kamen keine Veränderungen der Konstruktion in Frage und beim Einbau neuer Materialien war klar:
es konnten nur Naturmaterialien sein.
Dementsprechend wurden während des Umbaus ausschließlich Naturmaterialien verwendet, wie es zum damaligen
Zeitpunkt noch nicht üblich war. Zur Dämmung innen und außen wurden Holzfaserstoffen verwendet. Sie regulieren
einen natürlichen Feuchtigkeitsaustausch und dämmen auch den Schall. Alle Holzeinbauten bestehen aus massivem
Naturholz. Die historische Balkenkonstruktion wurde aufwendig und von Hand mit Bürsten gereinigt und anschließend
mit Leinöl behandelt, um die Naturfarbe optisch aufzufrischen. Die Heiztechnik besteht aus in Kaskade angeordneten
Gas-Brennwertkesseln, ergänzt um thermische Solarkollektoren - zum Eröffnungszeitpunkt ein Novum. Die
Wärmedämmwerte der in historischer Optik neu eingebaute Fenster entsprechen höchsten Ansprüchen. Das gesamte
Gebäude entspricht in seiner Materialwahl einem modernen Biohaus.
Daneben wurde auch auf Sicherheit und Modernität an den Stellen größter Wert gelegt, an denen keine historische
Substanz vorhanden war. Dementsprechend ist der Waldknechtshof eines der ersten Gastgebäude im Murgtal, das
vollständig von einer Brandmeldeanlage und direkter Schaltung zur Zentrale in Freudenstadt überwacht wird. Auch
moderne Kommunikationsmittel kommen nicht zu kurz. Schnelle DSL-Verbindungen und ein kostenloses WLAN
ermöglichen im gesamten Gebäude einen unmittelbaren Kontakt in die Internetwelt. Auch neue Konstruktionen wurden
bewußt modern gegen die alte Substanz gestellt. Dadurch entsteht eine einzigartige Kombination aus Historie und
modernem Leben, das zur besonderen Atmosphäre des Waldknechtshofes führt. Wir verstehen dies heute unter dem
Motto: "Tradition trifft Emotion"


Produktphilosphie
Bei den verwendeten natürlichen Materiealien des historischen Waldknechtshofes schaffen wir Ihnen eine besonders
angenehme Atmosphäre. Das ist aber nur ein Teil unseres "erlebbaren" Hofes. Genauso achten wir natürlich auch bei
unseren kulinarischen Angeboten besonders darauf, frische, regionale Produkte - wenn möglich in Bioqualität - zu
verwenden. Die eingekauften Lebensmittel sind für uns nicht nur ein Kostenfaktor sondern im wahrsten Sinne
des Wortes "Lebens-Mittel".
Wir sind uns der Bedeutung von gesunden Produkten bewußt und möchten im Sinne der Slow-
Food-Bewegung zum Genuß beitragen, indem wir dieses Bewußtsein immer wieder schulen und
weitergeben. Produktschulungen sind auch ein wichtiger Bestandteil unserer internen
Weiterbildung. Sie haben als Gast damit die Gewähr, im Waldknechtshof eine ausergewöhnlich
hohe Qualität der Produkte zu genießen, die immer frisch zubereitet werden.
Das Ziel natürlicher und gesunder Angebote verfolgen wir konsequent auch durch die Vermeidung
von Zusatzstoffen. Daher verzichten wir bei den von uns selbst hergestellten Produkten auf
sämtliche Hilfsstoffe wie Glutamat oder ähnliches und kochen stattdessen mit traditioneller
Handwerkskunst, viel Liebe und Sorgfalt. So bewahren wir die Natürlichkeit der Produkte und
schaffen für Sie ein gesundes Produkt.